Tuina Tuina (chin. tuīná), auch Tuina-Massage oder Tuina -Anmo ist die manuelle Therapie der Traditionellen Chinesi- schen Medizin. Es gibt auch die Schreibweise T UI -N A oder T UI N A . Aus westlicher Sicht handelt es sich um eine Mischung aus Elementen der Chiropraktik , der Aku- pressur und verschie- dener Massagetechniken. Es gibt auch eine Form der Selbstbehandlung, eine sanftere Version für Kinder und im Westen, dem Trend folgend, auch Wellness-Tuina.Tuina setzt sich zusammen aus den chinesischen Wörtern TUI ( SCHIEBEN , D RÜCKEN ) und NA ( GREIFEN , ZIEHEN ), weil diese manuellen Techniken bei der Behandlung angewandt werden. Tuina basiert auf den Lehren der TCM zu Gesundheit und Krankheit des Menschen. Der Ansatz geht von der G ANZHEITLICHKEI t des Menschen aus, so dass grundsätzlich nicht nur der Körper behandelt wird. Grundlegend ist das System der Energien Y IN UND Y ANG , die laut TCM bei einem gesunden Menschen im Gleichgewicht sind. Bei einer Krankheit ist dieses G LEICHGEWICHT GESTÖRT . Ebenso bedeutend ist die Theorie der Meridiane, der Energiebahnen im Körper. Die fließende Energie wird als Q I bezeichnet. Krankheiten sind laut TCM entweder auf eine Störung des Energieflusses oder auf ein U NGLEICHGEWICH t der inneren Organe zurückzuführen. Technik Im Gegensatz zu den meisten anderen Massagen wird die Behandlung N ICHT AM NACKTEN , sondern am bekleideten Körper ausgeführt. Der Therapeut arbeitet mit Fingerkuppen, Handballen, Handflächen und dem Ellenbogen. Es geht darum, bestimmte Punkte der M ERIDIANBAHNEN zu reizen. Es gibt dafür 18 G RUNDGRIFFE und insgesamt rund 300 E INZELGRIFFE . Die Haupttechniken sind Druck, Vibration, Bewegung auf dem Gewebe und "greifendes Kneifen". Außerdem werden Manipulationen der Gelenke vorgenommen, ähnlich wie bei der Chiropraktik. Jede Behandlung erfolgt in drei Phasen: AKTIVIERUNG, INTERVENTION UND HARMONISIERUNG. Kinder-Tuina Bereits im „Inneren Klassiker des Gelben Kaiser“ – Huáng Dì Nèijīng, der im 1. JH. V. CHr. entstand, sind Erkenntnisse zur Pädiatrie festgehalten. In der Sui-Dynastie (589 bis 618) wurden 255 PÄDIATRISCHE S YMPTOMATIKEN beschrieben. Zu Beginn der Tang-Dynastie (618 bis 906) hat man in der ärztlichen Ausbildung einen eigenen Fachbereich für Kinderheilkunde eingerichtet. Ein Spezialist für Kinderheilkunde war Q IAN Y I (1032–1113). In seinem Werk „Echte Offenbarungen für die symptombezogene Therapie in der Pädiatrie“ (Xiao’er yaozheng zhijue) stieß er die weitere Entwicklung der Kinderheilkunde in der TCM an. Die Kinder-Tuina, die von der Erwachsenentherapie abweicht, entwickelte sich im Laufe der Ming - und Qing -Zeit (1368 bis 1644) und wurde in der Qing-Zeit (1644 bis 1911) zu einem EIGENSTÄNDIGEN T HERAPIESYSTEM ausgebaut. Techniken Die Kinder-Tuina unterscheidet sich sowohl in der Lokalisation der Erfolgsorte als auch in den Grifftechniken von der Erwachsenen-Tuina. Die Grundtechniken der Tuina: Pressen, Schieben, Kneten, Reiben und greifendes Kneifen werden SANFTER ausgeführt. Außerdem existieren über 200 SPEZIELLE A KUPUNKTURPUNKTE tèdìng xuéwèi, die auch als „R EGIONEN “ bezeichnet werden. Besonders die Behandlung der Hände mit den F INGERREGIONEN , die bestimmten Funktionskreisen zugeordnet sind, und dem H ANDTELLER , der B AGUA genannt wird, ist eine Besonderheit der Kinder-Tuina.
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